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978-3-8260-5674-1

Kanz, Christine / Krause, Frank (Hg.): Zwischen Demontage und Sakralisierung. Revisionen des Familienmodells in der europäischen Moderne (1880-1945). Würzburg: Königshauses und Neumann 2015. ISBN: 978-3-8260-5674-1

Inhaltsverzeichnis: I. Voraussetzungen und Hintergründe – P. Davies: The Bourgeois Family in the Matriarchy Debate around 1900 – C. Kanz: Zum ‚material turn‘ in der europäischen Moderne: Wissenschaftliche, kulturelle und ästhetische Verhandlungen biologischer Reproduktion – II. Maskulinität und Elterlichkeit: Aspekte des Modernismus – Y. Elsaghe: Modernität und Mutterrechtlichkeit in Bertolt Brechts lyrischer Autobiographik – F. Krause: “Herrlich Mensch, der in Sackgassen irrt”: Zusammenhänge von Familie und expressionistischer Moderne im Werk von Georg Kaiser – III. Revisionen von Weiblichkeit: Familien im Spätrealismus – S. Bauschinger: „Die alten Tafeln zertrümmern“? Frauenfiguren im jüdischen Familienroman zwischen 1897 und 1933 – C. Woodford: Birth Control and the Women’s Novel at the Start of the Twentieth Century – G. Weiss-Sussex: Von der ‘Gefallenen’ zur ‘Hüterin der Zukunft’: Außereheliche Mutterschaft in literarischen Texten des frühen zwanzigsten Jahrhunderts – IV. Dysfunktionale Paarbeziehungen – E. Adamowicz: Dada’s Dysfunctional Couples – S. Wennerscheid: Ästhetik der Deformation im naturalistischen Familiendrama Skandinaviens – K. Leydecker: The Economics of Divorce in the Early Twentieth Century – V. Familie und Regionalität – J. Grande: Überlegungen zur Moderne und zum Sakralen am Beispiel des Strukturmodells der Heiligen Familie mit einem Fokus auf das Rheinland – A. Kramer: Topographien der Familie: Überlegungen zu Romanen von Schickele, Fleißer und Graf.

Christine Kanz (Hg.): Schriftstellerinnen und das Wissen um das Unbewusste. Marburg: LiteraturWissenschaft.de 2011, korrigierte 2. Auflage 2014 (= Psychoanalyse in der literarischen Moderne, III)

Mit Dokumenten von Lou Andreas-Salome, Franziska zu Reventlow, Regina Ullmann, Mechtilde Lichnowsky, Margarete Susman, Bess Brenck Kalischer, Mela Hartwig, Alice Rühle-Gerstel, Grete Meisel-Hess, Klara Blum, Else Lasker-Schüler.

Einleitung von Christine Kanz: Schriftstellerinnen zwischen Boheme, Expressionismus und Exil, S. 9-41.

Zum Inhalt:

„Nach dem Erscheinen von Sigmund Freuds Traumdeutung gab es kaum einen bedeutenden Autor, der sich nicht mit der Psychoanalyse auseinandergesetzt hat. Die Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts ist ohne die Rezeptionsgeschichte der Psychoanalyse nicht angemessen zu begreifen – so wie umgekehrt die Psychoanalyse nicht ohne ihre Auseinandersetzung mit Literatur. Was Autoren und Autorinnen deutscher Sprache, die zu Freuds Lebzeiten ihre literarische Karriere begannen, über die Psychoanalyse geäußert haben und in welcher – meist spannungsvollen – Beziehung sie zur ihr standen, wird jetzt erstmals in den Dokumentbänden zur „Psychoanalyse in der literarischen Moderne“ umfassend dokumentiert und beschrieben. Dieser Band zu „Schriftstellerinnen und das Wissen um das Unbewusste“ enthält einen ausführlichen einleitenden Aufsatz zum Thema sowie kommentierte Zeugnisse zur Psychoanalyse-Rezeption von maßgeblichen Repräsentantinnen der literarischen Moderne, aber auch von nicht kanonisierten Autorinnen: Lou Andreas-Salomé, Franziska zu Reventlow, Else Lasker-Schüler, Margarete Susman, Mela Hartwig, Regina Ullmann, Mechtilde Lichnowsky, Alice Rühle-Gerstel, Grete Meisel-Hess, Bess Brenck Kalischer, Klara Blum.“ (Aus dem Klappentext)

978-3-476-02453-4

Christine Kanz [zus. m. W. Beutin, I. Stephan u.a.]: Deutsche Literaturgeschichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. 8. aktualisierte u. erweiterte Aufl. 2013.

Zum Inhalt s.InhaltLitgesch

„Alle namhaften Schriftsteller sind erfasst: Die Literaturgeschichte fängt Lyrik, Roman, Prosa und andere literarische Gattungen und Strömungen im Spiegel der Epochen ein – zeigt die Autoren, ihr Schaffen und den Literaturbetrieb in enger Verflechtung mit dem gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Zeitgeist.
Ein lebendiges Nachschlagewerk, das durch die gelungene Verknüpfung von Text und Illustrationen bei Neugierigen und Kennern gleichermaßen für großes Lesevergnügen sorgt.“ (Aus dem Ankündigungstext des Verlags)

Christine Kanz: Maternale Moderne. Männliche Gebärphantasien zwischen Kultur und Wissenschaft (1890-1933). München: Fink 2009, 474 S.

Umschlagabbildung: Gerd Kanz: Ohne Titel. Öl und Tempera auf Holz.

Zum Inhalt: (MaternaleModerneInhalt)

„Dass auch Männer Kinder gebären können, ist ein uralter Traum. Zwischen 1890 und 1933 wurden Phantasien männlicher Reproduktion zu einem in Literatur, Kunst und Film geradezu obsessiv präsentierten Phänomen. Heute ist aus der Phantasie Realität geworden. Die zentrale These dieser Kultur- und Wissensgeschichte männlicher Gebärphantasien, daß die kulturelle Moderne eine maternale war, während die Metapher der Geburt angesichts der „Machbarkeit“ männlichen Gebärens funktionslos geworden ist, wird entlang einer Paradigmenreihe entwickelt, die sich von Texten Arno Holz‘, Franz Kafkas, Ernst Weiß‘ oder Ernst Jüngers über Skulpturen und Bilder Max Beckmanns, Jacob Epsteins oder Umberto Boccionis bis zu Filmen Paul Wegeners, Robert Wienes oder Fritz Langs erstreckt. Vorgeführt wird, daß und wie innerhalb der kulturellen Moderne eine Entwicklung vom rein imaginären Projekt der männlichen „Kunstgeburt“ zur „realen“ materialen Geburt im 21. Jahrhundert stattfand.
Die in Literatur, Kunst und Film der kulturellen Moderne präsentierten Gebärphantasien sind dabei im Kontext der als ‚Signatur der kulturellen Moderne‘ zu bezeichnenden Obsession mit Maternität sowie der ebenfalls dominierenden Materiebesessenheit zu situieren. Sie stehen zudem in einer vielschichtigen Wechselbeziehung mit einem komplexen Feld faktischen Wissens, unter anderem mit hermetisch-alchemistischen Konzepten, okkulten Phänomenen (Wiedergänger, Somnambulismus), verschiedenen Evolutions- und Vererbungstheorien sowie den sich  herausbildenden Techniken künstlicher Reproduktion.
Der Aufstieg vom Imaginären der „Kunstgeburten“ zum „Realen“ einer neuen Materialität öffnet einen ganz neuen, vollständig unbekannten Horizont, von dem Filme wie „Blade Runner“ oder „Matrix“ nur einen Vorschein geben. Nicht von ungefähr steht Filippo Tommaso Marinettis „afrikanischer“ Roman „Mafarka der Futurist“ im Dreh- und Angelpunkt der Argumentation.“ (Klappentext)

 Unknown-1Christine Kanz (Hg.): Zerreissproben / Double bind. Familie und Geschlecht in der deutschen Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts. eFeF Verlag, Wettingen 2007. 

Zum Inhalt: Inhaltsverzeichnis

„Familie und Geschlecht sind untrennbar miteinander verknüpft. In Mutter-Vater-Tochter-Sohn- und Geschwister-Beziehungen werden die Geschlechterrollen vorgeführt, gelernt, verinnerlicht und ständig modifiziert. Die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen familiären Strukturen und der Ausbildung, Verfestigung und alltäglichen Verankerung von Geschlechterdiskursen sind darum für das Verständnis von Geschlechterordnungen von großer Relevanz. Literatur ist an der permanenten kulturellen Konstruktion und Modellierung der Geschlechterrollen und familiären Beziehungsmuster in nicht unerheblichem Maße beteiligt. Dabei ist im Vergleich historischer und literarischer Diskurse mit Ungleichzeitigkeiten und Diskrepanzen zu rechnen. Literatur kann zwar die komplexen Familienkonstrukte und Geschlechterordnungen, die den Beteiligten zur zweiten Natur geworden sind, modellhaft abbilden und bestätigen und sie damit fixieren. Sie stellt sie aber auch in Frage, reflektiert sie, kann andere, bisher so nicht existente Familienmodelle imaginieren und neue Geschlechter-Entwürfe durchspielen.“ (Aus dem Klappentext)
Analyse von Texten von C.F. Meyer, A. Holz, J.W. Goethe, Adelheid Popp, Lena Christ, Sophie von La Roche u.a. Mit Beiträgen von Linda Simonis, Gesine Lenore Schiewer, Waltraud Maierhofer, Yahya Elsaghe, Simone Haeberli, Daniel W. Wilson u.a.

UnknownChristine Kanz: Angst und Geschlechterdifferenzen. Ingeborg Bachmanns „Todesarten“-Projekt in Kontexten der Gegenwartsliteratur. Stuttgart, Weimar: Metzler 1999. 

Zum Inhalt (InhaltAngstGender)

„Frauen sind ängstlich, Männer mutig. Diese Vorstellung gehört zu den Stereotypen, mit denen in unserer Kultur die Differenzen zwischen den Geschlechtern festgelegt werden. Die angstbesetzte Frau ist noch in der Gegenwartsliteratur ein zentrales Thema gerade auch solcher Schriftstellerinnen, die eigentlich dafür bekannt sind, traditionelle Geschlechterdifferenzierungen eher zu unterlaufen. Das Buch geht der Angst als einem maßgeblichen Unterscheidungsmerkmal in der Geschichte der Polarisierung von Geschlechtscharakteren nach. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen – neben Ingeborg Bachmanns „Todesarten“-Projekt – ausgewählte Texte aus der Literatur seit den siebziger Jahren, insbesondere von Anne Duden, Christa Wolf und Monika Maron, aber auch von Max Frisch, Christoph Geiser, Ulla Hahn, Christoph Hein, Elfriede Jelinek, Friederike Kretzen, Anna Mitgutsch, Milena Moser, Botho Strauß oder Walter Vogt. Analysiert wird, in welchem Verhältnis die literarische Verknüpfung von Angst und Weiblichkeit zu außerliterarischen Angstdiskursen steht. Neben der Frage, ob oder inwiefern die literarischen Texte auch eine jeweils eigene Ästhetik der Angst entwickeln, interessieren hier vor allem die Gegenstände und Ursachen der literarisierten Frauenängste. Die interdisziplinäre, für Literaturwissenschaftler, Philosophen und Psychologen gleichermaßen erhellende Studie kontrastiert weiterhin geschlechtsspezifische Ängste und führt die stoff- und motivgeschichtlich rekonstruierbaren Ängste des Mannes vor dem ‚Weiblichen‘ vor Augen. Dabei wird nachvollziehbar, daß das bis heute virulente Vernunftprogramm der Aufklärung auch eines gegen das unheimliche und bedrohliche ‚Weibliche‘ war. Die Beschreibung ängstlicher Männer- und mutiger Frauenfiguren sowie die Frage nach literarisch vorgeführten Bewältigungsmustern von Angst lenken den Blick schließlich auf alternative Genderkonzepte in der Gegenwartsliteratur.“ (Klappentext)
(Gesamter Text als PDF hier: KanzDissertation
oder über Academia.edu)

2113DA7EHAL._BO1,204,203,200_Thomas Anz und Christine Kanz (Hg.): Psychoanalyse in der modernen Literatur. Kooperation und Konkurrenz. Würzburg: Königshauses und Neumann 1999.

„Ob Schnitzler, Hofmannsthal oder Kraus, Rilke, Andreas-Salomé, Thomas Mann, Hesse, Kafka oder Musil, Döblin oder Canetti, fast alle bedeutenden Autoren der Moderne haben sich von der Psychoanalyse prägen lassen. Psychoanalyse und literarische Moderne kooperierten und konkurrierten miteinander. Die oft hochdramatische Beziehung zwischen ihnen ist durch starke Rivalitäten, Prioritätsansprüche, aber auch gegenseitige Wertschätzung gekennzeichnet.

Mit ihr setzen sich die Beiträge dieses Buches auseinander. Sie beruhen auf Vorträgen, die im Juni 1998 an der Universität Bamberg während eines Symposiums gehalten wurden. Folgende Aufsätze sind darin zu finden: Thomas Anz: Vorwort; Michael Worbs: Mythos und Psychoanalyse in Hugo von Hofmannsthals Elektra; Ortrud Gutjahr: Die Hysterie des Anderen. Lou Andreas-Salomé und Rainer Maria Rilke; Christine Kanz: Schriftstellerinnen um Freud und Gross. Literatur, Psychoanalyse und Geschlechterdifferenz; Elisabeth Bronfen: Geheimnisse einer Seele. Gedanken zu Pabsts psychoanalytischem Film; Giusi Zanasi: Das Fremde und das Glück. Otto Gross im Expressionismus; Thomas Anz: Die Seele als Kriegsschauplatz. Psychoanalytische und literarische Beschreibungen eines Kampfes; Astrid Lange-Kirchheim: Die Hysterikerin und ihr Autor. Arthur Schnitzlers Novelle Fräulein Else im Kontext von Freuds Schriften zur Hysterie; Claudia Liebrand: ‚Deconstructing Freud‘. Franz Kafkas Der Prozeß; Michael Rohrwasser: Schreibstrategien. Canettis Beschreibungen von Freud. Sabine Kyora: „Das ganze Unterbewußtsein läuft einem davon…“. Ästhetische Verfahren und psychoanalytische Theorie in der westlichen Literatur. Michael Titzmann: Psychoanalytisches Wissen und literarische Darstellungsformen des Unbewußten in der Frühen Moderne; Walter Schönau: Die Bedeutung psychoanalytischen Wissens für den kreativen Prozeß literarischen Schreibens.“ (Aus: Ankündigung, http://www.literaturkritik.de)

Christine Kanz (Hg.): Gegenwelten. Zur Geschlechterdifferenz in den Kulturwissenschaften. Bamberg: Universitätsverlag Bamberg 1997.

„Konzepte des ‚Weiblichen‘ und des ‚Männlichen‘ gehen in natur-, sozial- und kulturwissenschaftliche wie mythische, religiöse oder künstlerische Diskurse ein. Da es gerade auch literarische Texte sind, in denen sich geschlechtsspezifisches Bewußtsein oder Unbewußtsein ausprägt und in denen Geschlechterbilder reproduziert oder hinterfragt werden, liegt es nahe, der Kategorie gender bei der Textanalyse mehr Aufmerksamkeit zu widmen, als es bislang geschah. Nicht selten jedoch fehlt es Studierenden, die sich innerhalb ihres Fachbereichs mit dem wichtigen Kulturthema Geschlechterdifferenz auseinandersetzen wollen, an dem nötigen historischen Wissen und dem theoretischen Begriffsinventar. Und oft mangelt es an Anregungen, das Thema in eine wissenschaftliche Arbeit reflektiert zu integrieren. Wie man über die Dichotomie ‚Weiblichkeit‘ und ‚Männlichkeit‘ auf fruchtbare Weise interdisziplinär nachdenken kann, führt der Band „Gegenwelten“ vor. Junge WissenschaftlerInnen der Universität Bamberg und aus dem Münchner Graduiertenkolleg „Geschlechterdifferenz & Literatur“ reflektieren über die Konstruktion von Geschlechterdifferenz und ihre Infragestellung im jeweils eigenen Fachbereich (Musik-, Kunst-, Literatur wissenschaft, Psychologie, Soziologie). Unter anderem geht es in den Beiträgen um Cindy Sherman und ihre „realen Illusionen“, die Marginalisierung der Mutter in der Philosophie und im Drama des 18. Jahrhunderts, Geschlechtertauschgeschichten in literarischen Texten der siebziger Jahre, Wissenschaftskritik und Geschlechterdifferenz in der Gegenwartsliteratur, die Konstruktion von Geschlechterdifferenz in der psychologischen Praxis und um Pierre Bourdieus gender-Konzept.“

Inhaltsverzeichnis: 

Gegenwelten. Ein Vorwort/ Christine Kanz
Der andere Blick: zu den Gender Studies in der Kunstgeschichte / Monika Nieberle
Cindy Sherman: reale Illusionen / Simone Preuss
Rezeptionsverhalten und Geschlechterdifferenz: ein Beitrag zur Diskussion „Lesen Frauen anders?“ / Wiebke Ralf-Kana
Mutter-los: die Marginalisierung der Mutter als konstitutives Moment in der Philosophie und im Drama des 18. Jahrhunderts / Christine Esmat
Zum Anderen werden, um anders zu sein: Geschlechtertauschgeschichten aus der DDR-Literatur der siebziger Jahre / Anja Miller
Wissenschaftskritik und Geschlechterdifferenz in Texten von Monika Maron, Ingeborg Bachmann, Christa Wolf und Anne Duden / Christine Kanz
„Die Anatomie ist das Schicksal“: Geschlechterdifferenz und Geschlechterkonstruktion in der Psychologie / Heike Schemmel
Das Denken des Körpers: Inkorporation und symbolische Ordnung in Bourdieus Gender-Konzept / Michael Ott.