Doktorand/innen

Abgeschlossene Dissertationsprojekte:

Carolin Juliane Benzing:  Verweigerung als Lebensentwurf: eine Analyse der Strukturen literarischer Verweigerung bei Robert Walser, Wilhelm Genazino und Kurt Aebli (UGent; Ko-Betreuerin m. G. Martens u. T. Hahn)
Erfolgreich abgeschlossen im Januar 2014.

Elif Şimşek: Elif Shafak and Emine Sevgi Özdamar: Nomadic Journeys, Diasporic Inscription, and the Language of the Other (Joint PhD Universitäten Gent und Salzburg, Ko-Betreuerin m. C. Longman u. R. Poole).
Erfolgreich abgeschlossen im September 2016.

Dissertationsprojekte in Arbeit

Daniela Dora: Den Anderen kennenlernen. Zeitgenössische Indientexte im Diskursfeld des modernen Tourismus  (Joint Ph.D., Universitäten Gent und Luxemburg, Ko-Betreuer: D. Heimböckel)
Das Forschungsprojekt beschäftigt sich mit einem von der Literaturwissenschaft bisher wenig beachteten Gegenstand: dem Wechselverhältnis zwischen literarischem Diskurs und verschiedenen konzeptuellen Modellen des Tourismus. Bisher sind kunst- und literaturwissenschaftliche Untersuchungen des Phänomens Tourismus noch eine Seltenheit, blieb dieses Forschungsfeld doch lange Zeit den sozialwissenschaftlich orientierten Disziplinen überlassen. Das geplante Dissertationsvorhaben will sich mit der aktuellsten Form des Reisens, dem modernen Tourismus in der postkolonialen Welt im ausgehenden 20. Jahrhundert und am Beginn des 21. Jahrhunderts, beschäftigen. Es stehen ausschließlich Darstellungen von Indien –  einem Land, das bereits seit dem Ende des 18. Jahrhunderts zum paradigmatischen Ort der (deutschen) Sehnsucht nach der Fremde wurde, aber auch als Mustererzählung für die weltweite Tourismusentwicklung fungiert – im Zentrum der Arbeit. Das Textkorpus besteht aus literarischen und nicht-literarischen Werken von Autoren wie Josef Winkler, Martin Mosebach, Ilija Trojanow, Hans Christoph Buch und Felicitas Hoppe, die Erfahrungen touristischen Reisens zum Gegenstand haben. Von besonderem Interesse für das Projekt sind die intensiven Wechselwirkungen zwischen Tourismus und Postkolonialismus. Innerhalb der Schnittflächen literarischer und sozialwissenschaftlicher Diskurse widmet sich die Untersuchung in erster Linie den Aspekten von ‘Fremdheit‘ und von – sozialer, kultureller, ethnischer, geschlechtsspezifischer sowie sexueller – Differenz.
Kontakt: daniela.dora@ugent.be

Fiona Gunst: Karte und Kartographie in poetologischen Texten der 1950er-Jahre und im Erzählwerk Ingeborg Bachmanns (Joint Ph.D., Universitäten Gent und Bern, Ko-Betreuer: Y. Elsaghe)
Trigonometrische Punkte, Meridiane, Atlanten, Landkarten – Günter Eich, Paul Celan, Inge­borg Bachmann und Ilse Aichinger bedienen sich in ihren poetologischen Texten allesamt kartographischen Vokabulars und legen am Modell der Karte und unter Bezugnahme auf kartographische Techniken ihre Vorstellungen von Literatur dar. Die geplante Dissertation will diese Konjunktur erstmals eingehend untersuchen und ihr eine Relektüre von Bachmanns Erzählwerk folgen lassen, in deren Rahmen exemplarisch analysiert werden soll, inwiefern die mit Karte und Kartographie verbundenen theoretischen Überlegungen literarisch wirksam werden.
Einzulesen ist die Verwendung kartographischer Begriffe in den 1950er-Jahre in zwei zeitgenössische Diskussionen, so die These des Promotionsvorhabens: in die Debatte um die Bedeutung und die Aufgabe von Literatur und in jene um Orientierung in der Nachkriegszeit. In der Untersuchung von Bachmanns Erzählwerk interessiert sich die geplante Dissertation dann einerseits für die unterschiedlichen Möglichkeiten der Repräsentation von Raum, für Raum als erzähltheoretische Kategorie, andererseits für die poetologische Funktion von Verweisen auf Karten, Orte und kartographische Techniken. Eine Untersuchung von Bachmanns Texten bezüglich der zuletzt vieldiskutierten kulturwissenschaftlichen Kategorie »Raum« stellt ein Desiderat der Forschung dar, das das Promotionsvorhaben erfüllen möchte.
Kontakt: fiona.gunst@bluewin.ch

Jules De Doncker: From cause célèbre to Microhistory. Toward a History of Synchronic History-Writing (PhD project at UGent, co-promoter: E. Amann)
This comparative project, which examines French, English and German texts, aims to trace the historical development of an understudied genre: the cause célèbre.
The publication of the first installment of François Gayot de Pitaval’s twenty-five volume Causes célèbres et intéressantes in 1734 marked the beginning of this historiographical genre, which could best be described as a compilation of remarkable legal cases and crime stories. In the wake of its huge popular success, many French, English and German versions of the Causes célèbres (by authors such as François Richer, Charlotte Turner Smith and Friedrich Schiller) appeared on the literary market in the second half of the 18th century, which led to the emergence of a cause célèbre tradition in the 19th and the early 20th century. Finally, in the 1970s the genre found a new, academic platform in microhistory, which engaged in the narrative reconstruction of causes célèbres in order to find an answer to “large [historical] questions in small places” (Charles Joyner).
This project traces the historical development of the genre, from its origins in the 1730s in France through its establishment as an immensely popular genre throughout Europe during the 18th and 19th centuries to its recent revival within the field of history in the form of microhistory. It demonstrates how throughout its history the cause célèbre drew upon various scientific and philosophical discourses of the period. Early texts from the genre both contributed to the establishment of a popular religious and moral discourse and served as a significant medium for disseminating knowledge about the legal system. However, texts written later in the century engaged the discourses of Naturlehre and Seelenkunde (i.e. what is now referred to as the study of human psychology and emotions), which emerged in the context of the Enlightenment. Over the course of the 19th century, the cause célèbre began to incorporate insights from criminology and psychology. Moreover, the genre also starts to reflect upon its own functioning as a historical source and, more generally, upon the ways in which we historicize, thus developing a new, metahistorical subtext.
Contact: jules.dedoncker@ugent.be

Ksenia Lobova: „Die Sowjetunion ist meine Heimat. Berlin ist mein Zuhause. Russisch ist meine Muttersprache, deutscher Schriftsteller ist mein Beruf“. Transkulturelle Schreibweise im Werk Vladimir Kaminers (Dissertationsprojekt an der Universität Bern, Ko-Betreuer: E.W.B. Hess-Lüttich)
Heutzutage gilt Wladimir Kaminer als einer der erfolgreichsten Autoren Deutschlands, obwohl er in der ehemaligen Sowjetunion geboren wurde und im Zuge der Perestrojka als jüdischer Kontingentsflüchtling nach Deutschland ausgewandert ist. Er verfasst seine Werke ausschließlich in deutscher Sprache und bezeichnet sich selbst als deutscher Schriftsteller. Inzwischen beziehen sich die wichtigsten Themen, die Kaminer in seinen Texten behandelt, auf die sowjetische Vergangenheit.
Der zweite Autor, der im Fokus der Analyse stehen wird, ist Michail Schischkin. Er war als Journalist und Deutschlehrer in Moskau tätig, bis er 1995 in die Schweiz übersiedelte. Obwohl Schischkin mit seiner literarischen Karriere schon in Russland begonnen hatte, wurde er als Schriftsteller erst nach seiner Auswanderung bekannt. In seinen literarisch-historischen Reiseführern sowie in seinen Romanen versucht er, in intertextuellen Anknüpfungen an die russische Geschichte deren enge nationale Grenzen zu dehnen.
Im Rahmen des Dissertationsprojekts sollen die diversen Konstruktionen  Russlands in Texten Kaminers und Schischkins einer eingehenden komparatistischen Analyse unterzogen werden.  ‘Migrationsautoren‘, so eine der Ausgangsthesen, verfügen über einen doppelten Blick: auf das eigene Herkunftsland und zugleich auf die neue Heimat. Dieser doppelte oder ‘schielende‘ Blick ermöglicht es, kulturelle, soziale und politische Ereignisse stets von mindestens zwei Seiten zu betrachten. Wie dies letztlich konzeptionell-theoretisch zu fassen ist, soll ebenfalls Gegenstand der Reflexionsarbeit sein.
Kontakt: ksenialobova@gmail.com

Milena Todic:  Logotherapie in der Spätprosa Ingeborg Bachmanns (Universität Bern, Ko-Betreuerin m. Y. Elsaghe)

Hannah Speicher: Übersetzung als Resilienzressource und Vulnerabilitätsfaktor am Deutschen Theater Berlin und am Theaterhaus Jena. (Joint Ph.D. Universitäten Gent u. Trier, Ko-Promotorin  m. Franziska Schößler u. Katharina Pewny)

Warda El-Kaddouri: The narrative construction of religious identities in German Muslim fiction written by authors of Iranian and Iraqi descent (Universität Gent, Mitglied der DBC/ Begleitenden Doktoratskommission, m. B. Biebuyck, G. Martens, C. Jannssen)

Charlotte D’Eer: Transnationalizing emotions: Women editors, editorial networks and the German periodical press (1725-1910) (UGent; Ko-Promotorin m. Marianne Remorteel)

Hanne De Budt: Gendered health in German literature of the 1920s. A discourse analytical study of proto-feminist prose texts.(UGent; Ko-Promotorin m. G. Martens)

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s